Was mir immer mal begegnet, aber eben ausschließlich bei Menschen, die irgendwie naturreligiös/heidnisch/göttinnengläubig/charmante Schamaninnen sind: sie trennen das eine (ihre Spiritualität) von ihrem Alltag - vor allem im Netz. Zwei Facebook/Google-Accounts, zwei FreundInnenkreise, Thementrennung.
Oder sie trennen Familie (die das alles nciht wissen sollen) von ihrem Freizeit/Alltagsfreundeskreis.
Kennt ihr das?
Es ist nicht so sehr das Erklärenmüssen oder das Ausweichen vor komischen Blicken. Es erinnert mich an eine uralte Angst, nämlich die, das dem "Bekenntnis" Nachteile folgen (früher für Leib und Leben, heute für Ruf und Arbeitsplatz).
Nur wenige schaffen den Spagat, beides zu verbinden (wobei ich da vor allem den Spannungsbogen zwischen christlicher Restfamilie und dem eigenen Heidenkram meine - jaja, das ist eins meiner Themen).
Ich trenne auch manches voneinander. Bin ich feige? Oder steh ich nicht 100% hinter meinen Erfahrungen in spirituellen Fragen? Als Christ wäre ich ein lauer Christ, jemand, der eben sich nicht voll zu Jesus bekennt. (da kenne ich auch viiiele). Muss ich meinen Glauben vorneweg tragen, als Label? Sozusagen immer wieder thematisieren? Ich stolpere manchmal über christliche blogs, wo voll das Jesus-Leben zelebriert wird. Da wird kein Blatt vor den Mund genommen und voll Bibelsprüche in die Welt gepostet. Mich stimmt das nicht nur nachdenklich (warum machen die das?), sondern stößt mich auch ab.
Mehrere FreundInnen leben ein Leben dieser Zweiteilung. Sie verschweigen jeweils einer Seite die andere. die einen verschweigen ihre(n) Liebste(n), weil die andere Seite homophob ist. Und die anderen verschweigen die Rituale im Wald und das alles vor der anderen Seite, die dann ihrem Missionsbeißzwang ausfährt...
Ich kann da nichts raten. Aber es beschäftigt mich.
1 Kommentare:
Ein bisschen betreibe ich diese Trennung auch, ich verberge nichts aktiv oder leugne irgendwas, aber ich trage es auch nicht vor mir her. Auf Facebook bin ich mit meinem Realnamen in Kontakt mit FreundInnen und Verwandten. Auf meinem Blog schreibe ich als Caroona.
In Diskussionen um Weihnachten als "urchristliches" Fest komme ich immer wieder zum Schluss, dass es einen Doppelstandard gibt. Christliches ist in Ordnung, muss nicht irgendwie gerechtfertigt werden, setzt moralische Maßstäbe und so weiter. Feiert jemand Sonnenwende, ist das sofort irgendwie albern, Naturgeister sind ja nicht nachweisbar, und machen das nicht auch irgendwie Nazis?
Auf der Basis habe ich keinen Drang, mich immer wieder neu zu erklären. Ich habe keine Angst vor Nachteilen, es ist mir einfach auch zu anstrengend.
Und ich habe ehrlich gesagt, kein Problem damit, dass mich andere als "lau" sehen könnten. Als Heidin bin ich nicht zur Mission aufgerufen, mein Glaube ist meine ganz private Angelegenheit.
Raten kann ich auch nichts.
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