Die Häckselhexe sprach zur Heckenhexe: Hast du Heckenhäcksel? Da gab die Heckenhexe der Häckselhexe Heckenhäcksel. (© Irka Heckenhexe)

Sonntag, 27. November 2011

Advent Advent ein Lichtlein brennt - oder der Umgang mit Ritualen in einer christlich geprägten Familie

Ja was denn nun? Christlich oder nicht? Alles? Entscheide dich!

Für mich jedes Jahr nicht nur zu Beginn der Adventszeit die Frage nach dem Wie. Was hat mich das früher gekratzt, wenn Karneval gefeiert wurde, aber danach nicht gefastet. Oder wenn die Leute sich aus Ambientegründen eine Krippe zu Weihnachten ins Zimmer stellten, obwohl ihnen die Geschichte dazu völlig piepegal war.

Und heute? Es ist alles offen. Schließlich ist der Weihnachtsbaum keine christliche Erfindung und der Osterhase auch nicht. 

Ich komme aus einer ziemlich christlichen Familie, also eine, die das lebt und wo der Glaube im Alltag dazugehört. Nun habe ich meinen eigenen Kopf und kein gutes Gefühl, mit zu laufen, obwohl ich nicht an Jahwe und Jesus glaube (warum auch). Unsere Tochter taufen zu lassen als Baby, weil das die Familien erwarteten, das wollten wir nicht. Als sie es dann kurz vor Schulbeginn wollte (vielleicht auch, weil ihre damalige beste Freundin sich auch taufen lies), stieß mich das dann doch in eine Glaubenskrise, über die ich mit niemanden richtig sprechen konnte. Für mich ist es auch immer noch nicht zu verstehen, wie feministische Theologinnen den von mir gesehenen Spagat hinbekommen, zwischen dem männerlastigen, frauenablehnenden Glauben und ihrer eigenen Hinwendung zu feministischen Themen (ich glaube auch nicht, dass das System Kirche, das auf diesem Glauben basiert, von innen her zu verändern geht). Aber das ist eh nochmal ein Thema, das ich mit meiner ehemaligen Theologieprofessorin besprechen will.
Also habe ich für mich die große Trennkostantwort gesucht: was muss von was getrennt werden?
Kirche als Institution von den Menschen einer Kirchgemeinde vom Glauben und der Bibel.
Die Kirche ist nun wirklich nicht das, was ich als Heimat sehen will, dazu weiß ich auch zu viele Interna und habe zuviel gesehen und gehört. Machtklüngel, Kohle, Mission, Eifer... Bäh
Die Menschen der Kirchgemeinde sind mir zum Teil als Menschen wichtig, unabhängig von ihrem Glauben, der aber eine wirklich in die Tiefe gehende Freundschaft verhindert, weil ich keine Lust auf blöde Sprüche und Blicke habe, die dann doch kommen, wenn sie mitbekommen, was wir denken und glauben.
Und die Bibel? Auch nichts, was trägt. Zuviel Mist, zuviel Gewalt, zuviele Dinge, die je nach Machtgebahren ausgelegt werden können.

Was bleibt? Die christliche Hülle von Jahreskreisfesten und der Umgang damit. Und jetzt kommt Weihnachten. Advent. Nikolaus.




Ich saß heute in der Sonne (der Wind war noch nicht bei uns angekommen) und habe einen Adventskranz gebunden. Advent, das kommt von adventus ‚Ankunft‘ zu venire ‚kommen‘ (lateinisch) - und auf was warten wir? Julfest! Mittwinter. Ich sehe in dem Kranz das Jahr, das sich rundet und schließt. Jedes Viertel steht für ein Vierteljahr. Wie gings uns in dem Viertel? Wars gut? Ich binde Zweige rein von Pflanzen, die mir was bedeuten zu Mittwinter: Eibe, Tanne, Thymian, Wacholder, Salbei, Rosmarin (wenn der nicht eingegangen wäre) und eigentlich noch Beifuß, aber der ist leider schon geerntet. Wenn der Advent vorbei ist, löse ich den Kranz auf und die Zweige werden verräuchert im Winter.

Mitwinter feiern wir klein in Familie, mit Liedern und Geschichten und Tschai und Leckereien. am 24. gehts dann am Nachmittag in den Wald mit anderen Familien, die auch gemischt, also christlich und nichtchristlich, sind. Dann wird ein Baum geschmückt und Gaben für die Tiere verteilt, gesungen, erzählt und Leckereien und kleine Geschenke verteilt. Im Dunklen gehts dann zurück, vom Dorf unten hören wir die Glocken, die eine Christvesper beginnen lassen - und plötzlich paßt das alles gut zusammen.

2 Kommentare:

ninifee hat gesagt…

Ein schöner Post, der zum Nachdenken anregt. Mir geht es auch nicht ganz gut mit der Kirche, aber in Oberbayern ist es immer noch quasi Pflicht:) in der Kirche zu sein, sonst wird man schief angeschaut. Nach reichlichem Nachdenken haben wir unsere Tochter nun getauft - ich will ihr später nichts vorenthalten und entscheiden kann sie dann immer noch ob sie dazu gehören will oder nicht.
Die Idee mit dem Verräuchern des getrockneten Adventskranz finde ich toll - wie ist das mit Eibe? Giftig oder nicht?

irkas welt hat gesagt…

Eibe ist giftig, bis auf die rote Schale der Samen, die haben wir als Mutprobe abgelutscht! Völlig irre. Naja. Eibe nehme ich vorher raus, der Rest wird verräuchert. Ich denke bei dem Thema immer an unsere Vorfahren, die hier beizeiten christianisiert wurden und nebenbei die slawischen Kultstätten weiterbetrieben. Vielleicht müssen wir die Ebenen anschauen und die Basis finden. Das ist bei uns Mutter Erde und die eint. Und darauf bauen dann die unetrschiedlichen Rligionen auf, mit mehr oder weniger Demenz, was ihre Wurzeln betrifft - auch im Christentum flackert eine Ehrfurcht vor der Erde, der Natur immer mal wieder auf, aber leider auch immer in der Trennung Mensch-Natur. Ich bin Natur, ich kann das nciht alles trennen.

Schöne Zeit dir!